“Get in the Car!” Review

“Get in the Car!”
Installation/Performance
Progress #9, Wald4tler Hoftheater, 26. & 27. August 2016

Ein Ort für Einzelgespräche mit Euforia & Herbst
“Risikotraining, Angsttherapie und Zukunftsvorsorge”

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Leiden Sie beinahe jeden Tag unter Nervosität, Anspannung oder Ängstlichkeit?
Beobachten Sie sich selbst in ängstlicher Anspannung. Fühlen Sie sich ihr hilflos ausgeliefert? Sie können sich in keiner Weise ablenken, ohne dauernd auf Ihre Sorgen zurückzukommen? Sind die Sorgen unkontrolierbar?

Verspüren Sie dauernde starke Sorge um Ihre Angehörigen oder Menschen, die Ihnen nahe sind? Haben Sie Sorge, selbst krank zu werden – womöglich unheilbar und flammt diese Angst immer wieder stark in Ihnen auf? Ist es für grundsätzlich schwierig, sich zu entspannen und fühlen Sie sich stark angespannt? Kennen Sie es, häufig den ganzen Tag ein ungutes Gefühl mit sich herumzutragen – so, als ob gleich etwas furchtbares geschehen müsste? Hatten Sie schon mehrfach plötzlich mit Herzstolpern, Zittern, Schweißausbrüchen, Herzrasen oder Übelkeit Probleme, die aus dem Nichts über Sie hereinbrachen? Halten die beschriebenen Beschwerden schon seit mindestens sechs Monaten an? Träumen Sie öfter davon, mit einer Aufgabe nicht rechtzeitig fertig zu werden?

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ZEIT Wissen: Sind Sie ein glücklicher Mensch?
Han: Die Frage stelle ich nicht.
ZEIT Wissen: Sie meinen, die Frage stellt man sich nicht?
Han: Das ist eigentlich eine sinnlose Frage. Glück ist auch kein Zustand, den ich anstrebe. Man muss den Begriff definieren. Was verstehen Sie unter Glück?
ZEIT Wissen: Ganz simpel: Ich bin gern auf der Welt, ich fühle mich auf der Welt zu Hause, ich freue mich an der Welt, ich schlafe gut.
Han: Fangen wir mit Letzterem an. Ich schlafe schlecht. (Ich habe vorgestern das Symposion mit dem Philosophen Wilhelm Schmidt über das gute Leben mit einer Musik eingeleitet: den Goldberg-Variationen. Bach hatte die Goldberg-Variationen für einen Grafen komponiert, der unter schwerer Schlaflosigkeit litt. Ich habe das Publikum dazu an den ersten Satz von Marcel Prousts Suche nach der verlorenen Zeit erinnert. Auf Deutsch heißt es: “Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen.” Aber auf Französisch steht dort: “Longtemps je me suis couché de bonne heure.” Bonheur heißt Glück. Die richtige Übersetzung wäre also: “Lange Zeit bin ich glücklich schlafen gegangen.” Ich habe dem Publikum gesagt), dass der gute Schlaf ein Zeichnen dafür ist, dass man ein gutes, ein glückliches Leben hat. Ich selbst habe Schlafstörungen.
ZEIT Wissen: Was machen Sie, wenn Sie nicht schlafen können?
Han: Was ich mache? Ich liege da. Zu dem anderen Punkt: Bin ich gern auf der Welt? Wie kann man in dieser falschen Welt gern sein? Das geht nicht. Deshalb bin ich auch nicht glücklich. Ich verstehe die Welt oft nicht. Sie erscheint mir sehr absurd. Im Absurden kann man nicht glücklich sein. Fürs Glück braucht man, so denke ich, viel Illusion.
ZEIT Wissen: Sie freuen sich an …? Han: An was? ZEIT Wissen: Irgendwas! Han: An der Welt kann ich mich nicht freuen. ZEIT Wissen: An einem guten Stück Kuchen?
Han: Kuchen esse ich nicht. An einem guten Essen könnte ich mich freuen, aber das Essen in Berlin, in Deutschland ist ein Problem. Die Deutschen scheinen das gute Essen nicht zu schätzen. Das kommt vielleicht vom Protestantismus, dieser Sinnenfeindlichkeit. In Asien hat das Essen einen ganz anderen, einen sehr hohen Wert. Man gibt auch viel Geld dafür aus, anders als in Deutschland. In Japan zum Beispiel: Das Essen ist dort ein Kult und eine Ästhetik. Vor allem diese unglaubliche Frische der Dinge! Auch ein wohlduftender Reis könnte einen schon beglücken.
ZEIT ONLINE, http://www.zeit.de/zeit-wissen/2014/05/byung-chul-han-philosophie-neoliberalismus

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