Pink Flamingo

frei nach Arthur Schnitzlers “Der grüne Kakadu”
Wald4tler Offtheater, 2017


In Europa ist das soziale Klima angespannt, politische Umbrüche zeichnen sich ab. Im “Pink Flamingo”, einem heruntergekommenen Etablissement, in dem früher Theater gespielt wurde, unterhält man sich jedoch bestens. Der ehemalige Theaterdirektor bedient dort nicht nur die Gäste, sondern bringt ganz spezielle “Komödien” zur Aufführung: Für zahlungskräftige Kunden aus der Oberschicht werden Verbrechen inszeniert und wütende Reden geschwungen. Die Abgründe der Gesellschaft sorgen beim elitären Publikum für Unterhaltung und angenehmes Gruseln. Während draußen die Lage eskaliert, geraten auch im “Pink Flamingo” die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Spiel ins Wanken – und plötzlich scheinen auch die Schauspieler nicht mehr Herr der Lage zu sein.

Schnitzlers Einakter von 1899 wurde schon zur Entstehungszeit als Parabel auf die Wirklichkeitsvergessenheit einer dekadenten Oberschicht gelesen. In der eben erst ausgerufenen “postfaktischen” Gesellschaft ist “Der Grüne Kakadu” bestechend aktuell: Die Ebenen von Sein und Schein verschwimmen. Die Adaption von Johannes Bode holt den Text, der viel über sogannte “alternative Fakten” zu erzählen hat, in die Gegenwart, das Hoftheater-Café wird zum Nachtklub “Pink Flamingo”. 

Mit: Caroline Oismüller, Kilian Klapper, Nevena Lukic, Stephan Bartunek, Stefan Altenhofer, Maximilian Gugenberger, Dominik Herout, Moritz Hierländer, Johannes Bode
Textbearbeitung/Regie: Johannes Bode
Maske/Kastüm: Julia Herbster