Projekte/Portfolio Johannes Bode

Auswahl ergänzend zu Euforia & Herbst, siehe CV/Übersicht ganz unten

Der Anhäufungsapparat

Objekt (ca. 100x60x70 cm) Polyethylen, Holz, Eisen, Lack, Münzen, Audio-Loop

Ausstellungen:
Art Walk Groß Siegharts 2013
Präsentation beim “Rundgang”, Sepmerdepot, 2013
Critical Mess, Bobbin Fabrik Gmünd, 2018

Bitte werfen Sie eine Münze ein!”

“Iring Fetscher deutet unter ironischer Nennung marxistischer Fachkollegen die drei Gaben (Tischlein deck dich, Goldesel, Knüppel aus dem Sack, Anm.) als Feudalismus, Kapitalismus und revolutionären Volkskrieg oder als technologischen, ökonomischen und politischen Aspekt der bürgerlichen Revolution.” (vgl. Iring Fetscher: Wer hat Dornröschen wachgeküßt? Das Märchen-Ver- wirrbuch. Hamburg und Düsseldorf 1974, zit. n. http://de.wikipedia.org/wiki/Tischchen_deck_dich,_Goldesel_und_Kn%C3%BCppel_aus_dem_Sack#cite_note-4)

Der “Goldesel” häuft – als Vorläufer der “Cash Cow” – für den Besitzer Kapital an, wenn jemand der Aufforderung folgt und Geld einwirft. Die Münzen rollen vom Münzeinwurf durch den Esel und fallen aus dem Hinterteil innerhalb des Käfigs zu Boden. Beim Ausmisten des Stalles können die Münzen vom Besitzer einfach entnommen werden. Doch wie auch im Märchen ist der Esel Segen und Fluch zugleich: Das Publikum verlangt zumeist eine Reaktion oder Gegenleistung. Der Apparat spricht zwar (“Bitte werfen Sie eine Münze ein!”), jedoch zu einem rein zufälligen Zeitpunkt und eben nicht als durch die Münze ausgelösten Reflex.

Der Esel verrichtet immaterielle Arbeit bzw. produziert durch seine Anwesenheit Mehrwert für den Besitzer. Man könnte auch sagen: Im Grunde arbeitet der Esel nicht, sondern das Geld “arbeitet”, ähnlich wie am Finanzmarkt. Die Investition des Künstlers (Arbeitskraft, Material) wirft auf Dauer immer mehr Gewinn ab.

Auf der Seite trägt der Anhäufungsapparat den Schriftzug “Auch ich musses verstehen”, ein Zitat von Berthold Brecht, das hier auf eine zweite Ebene der Ausweglosigkeit hinweist: Trotz oder gerade weil der Esel sich in einem ausbeuterischen Verhältnis befindet, bleibt ihm als erster Schritt in Richtung Ausweg nur die Reflexion der (gesellschaftlichen) Verhältnisse und seiner Arbeitsbedingungen. („Auf einen Längsbalken, der die Decke von Brechts Arbeitszimmer stützt, sind die Worte gemalt: ,Die Wahrheit ist konkret.’ Auf einem Fensterbord steht ein kleiner Holzesel, der mit dem Kopf nicken kann. Brecht hat ihm ein Schildchen umgehängt und darauf geschrieben: ,Auch ich muss es verstehen.’“ (Walter Benjamin, Aufzeich-nungen 1933-1939. In: Gesammelte Schriften. Frankfurt am Main, BandVI, 1985)

Betrachtet man die “Funktion” der Münzen bzw. den aktiven Vorgang des Einwerfens als Selbstzweck (eben ohne Gegenleistung), so wird Geld auf eigene Weise ästhetisiert und im übertragenen Sinn zur “Liquidität” (der Esel “trinkt” das Geld).


Innovationskette

Videoinstallation, 2014
2 x DV-Pal Loop, 4:3, Farbe; variabler Stall

Ausstellungen:
“Wunderkammer der Quantenphysik”, Gruppenausstellung, Karl Schweighofer Gasse, Wien und Kunstfabrik Groß Siegharts

“Wir nehmen komplexe Sachverhalte, über die uns eine Übersicht nicht zugänglich ist, im Rahmen einer etablierten, überzeugenden und in sich kohärenten Geschichte wahr – diese Geschichte vereinigen gleichzeitig diejenigen, die sie benützen. […] Die Geschichten sind natürlich nicht “wahr”, aber sie leben in den Menschen ungeachtet ihres Anteils an kollektiven Paranoien, Hysterien, Verdrängungen, Zurücksetzungs- und Minderwertigkeitsgefühlen, Größenwahn und Wünschen, die als Realität wahrgenommen werden. Eine Erzählung ist die von der Umbruchsphase, der neuen Gründerzeit,in der wir leben; […]” (zitiert aus dem Skriptum “Dekadenz und Verschlichterung” von Alfred Pfabigan, 2005)

In dem Projekt “Innovationskette” (ein Begriff, den FWF-Präsidentin Pascale Ehrenfreund bei einer Pressekonferenz verwendete) soll ein unbestimmtes, großteils mediales Diskursfeld angezapft werden – aber nicht, um es systematisch aufzuarbeiten, sondern um es künstlerisch zu nutzen, umzudeuten: Welche “Geschichten” werden uns über Quantenphysik erzählt? Wie könnten andere Sprechweisen angewandt werden? Wie kann damit “experimentiert” werden? Ist ein anderer Blick durch eine andere Darstellung möglich?

Grundlagenforschung bedarf, ähnlich der Kunst, staatlicher (bzw. auch privater) Förderung. Der Rest, die Einnahmen durch die folgenden Anwendungen, ist ökonomisch gesehen Umwegrentabilität. Wissenschaft kostet also Steuergeld, und WissenschaftlerInnen müssen den Menschen, der Gemeinschaft, aber auch den Politikern, erklären, warum sie dafür bezahlen sollen. Das passiert oft mit Begriffen wie Innovation oder Fortschritt – aber auch (und umso besser) mit konkreten Anwendungen: Schnellere Computer! Kleinere Handys! Die Heilung aller Krankheiten! Die Fragen indem Projekt sind: Wie wird Wissenschaft kommuniziert? Was wird versprochen? Wiewird den Menschen die Notwendigkeit der Grundlagenforschung erklärt, wo es doch so oft um “höhere Werte” geht: um die Erkenntis der “Wirklichkeit”, das “Verstehen unserer Welt”? Wie werden die Erkenntisse, in diesem Fall jene der Quantenphysik, den Menschen nähergebracht? Und: Was glauben wir?

Die “Innovationskette” ist eine Installation, in der die Diskurspositionen auf zwei Monitoren in einem Stall gegenübergestellt wurden. Auf einem Monitor laufen Zitate aus Dokumentationen, Wissenschaftsserien und halb-wissenschaftlichen Utopien über die Möglichkeiten und Anwendungen der Quantenphysik, auf dem anderen Monitor Zitate aus Interviews mit WissenschaftlerInnen über eben jene halb-wissenschaftlichen Aussagen.


Am Ende des Gartens

Video, 2014
HD 1195 x 2267, Farbe, Loop
Lichtspiel Allentsteig, Fassadenprojektion, 2015

Video-Still

Das Ausgangsmaterial von “Am Ende des Gartens” ist eine Kamerafahrt entlang einer Hecke. Das Video wurde verlangsamt und verpixelt. Eine unbestimmte, nicht klar zuordenbare Bewegung entsteht einerseits durch die Kamerafahrt, andererseits durch den Wind – was wiederum einen natürlichen “Flow” erzeugt.

Das Symbol des Schrebergartens, der sich vom Pachtland zum Nahrungsmittelanbau (Subsistenzwirtschaft) zum “letzten Luxus” der Mittelschicht und weiter zum Symbol für bürgerliche Spießigkeit gewandelt hat – “mehr Möbel als Lebewesen” (Marcus Woeller, in:“Hinter jeder Hecke ein neuer Ort, Die Welt, 12. 4.)


protection errors

Bilderserie, 6 Collagen, Digitaldruck auf Folie, Glas, 50x50cm

Ausgangspunkt für die Bilderserie “protection errors” sind sechs Pressefotos aus einer Tageszeitung. Alle Bilder sind im Jahr 2007 innerhalb einer Woche in “Die Presse” erschienen. Die Arbeit “protection errors” zeigt diese Bilder, eingescannt und digital bearbeitet, in Kombination mit Druckerfehlfunktionen bzw. Fehlermeldungen.

In “protection errors” werden Symbole verwendet, die nicht immer und für jeden klar verständlich sind, aber dennoch etwas vermitteln – nämlich das Vorhandensein von Ungewisseheit bzw. Fehlern. Codes, die eines gemeinsam haben: Sie beschreiben eher Vorgänge des Verbergens als des Sichtbar-Machens; Kommunikation, die vor allem eines transportiert: Hier läuft etwas falsch, es muss eingegriffen werden. Die Bedeutungen sind ambivalent. Erklärungsbedarf von “Experten” ist nötig, diedas unverständliche Zeichensystem entschlüsseln. Die Maske, die in allen Bildern in unterschiedlichen Formen auftaucht, ist gleichzeitig Symbol für Gefahr, Misstrauen, Verständnislosigkeit sowie für Vorsicht und Schutz. Konterkariert wird dieses Verbergen durch die formale, oberflächliche “Transparenz” der Arbeit.


Klimax

Installation, Johannes Bode, Roman Wurz & Christian Pfabigan
Video (HD, 4:03 min), 5 Fotografien (60 x 40 cm), Indoor-Garten, Plastikkompost, Insel-Modelle, Testrasen, Schaukästen mit div. Natur-Materialien, Sensoren, Mikroskopkamera, Tageslichtlampe

Präsentation der Firma “Klimax”, Interaktive Naturdesigns für das Eigenheim, ästhetisch ansprechende Naturerscheinungen. Gruppenausstellung im Zuge des Viertelfestival Waldviertel unter dem “Naturmaschine” in der Meridian Passage, Gmünd


Exit Strategies

Einzelausstellung / Installation, Kunstfabrik Groß Siegharts, 2010

“Assistenz”, DV-PAL, 5:39 min

“exit strategies for the creative industry, the prosumers, the cybertariat, the immaterial workers, the pro-amateurs, the symbol-analysts, the digital bohemia, the new precariat and the new workers”

Die in der Ausstellung exit/strategies in einem Raum gegenübergestellten Arbeiten bewegen sich in den Spannungsfeldern Arbeit/Nichtsun, Sorge/Vorsorge und Auswege/Strategien/Fehler. Im Zentrum steht dabei vor allem die Kommunikation, das “darüber sprechen”, die Frage von Autorschaft und medialer Inszenierung. Gezeigt wurden Arbeiten, die als halb-dokumentarisch (bzw. als cut-up/Collage) bezeichnet werden könnten: Ausgegangen wird von Texten (Interviews, eigenes Material, Zitate, Aufnahmen, Theorien, Recherchematerial, “Found Footage”, etc.), wobei Text als Gewebe bzw. als Zeichensystem verstanden wird, das dekonstruiert werden kann – und das nach der Bearbeitung re-inszeniert wird. In “assistance” besteht die Audiospur aus einem TV-Nachrichten-Beitrag; “needs on line” ist eincut-up aus den häufigsten Anfragen einer Online-Suchmaschine und das “strategies intro” als auch der Titel gehen von aus Büchern/Studien über Arbeit entnommenen Zitaten aus. Die Frage der Darstellung, der Vermittlung bzw. der Regie bleibt eine zentrale, egal ob es sich um “Informationen” oder “Interessen” handelt.

“needs on line” (2010, cut-up/collage, plastik, 141×150 cm) geht folgender Frage nach: Was begehren wir, welche Wünsche und Interessen haben wir und wie artikulieren wir unsere Bedürfnisse medial bzw. welche neuen Möglichkeiten zur Artikulation gibt uns das Medium Internet? Die Arbeit arrangiert die meist-gesuchten Begriffe der Suchmaschine einer Online-Plattform neu. Das cut-up zeigtjene Begriffe, die laut Plattform von Herbst 2009 bis Sommer 2010 am meisten gesucht wurden – und damit auch einen zeitlichen Ablauf. Sind das Kollektiv der Nutzer und die Datenbank selbst die AutorInnen? Oder handelt es sich im Gegenteil um eine Werbemaßnahme, die den Nutzer dazu bringen soll, auf ein bestimmtes Thema aufmerksam zu werden?

“Assistenz” (2010, DV-PAL, 5:39 min) ist eine Reaktion auf den Begriff “subjektives Sicherheitsgefühl”. Assistenz ist Beistand. Wenn wir Trauerarbeit leisten, brauchen wir Beistand. Wenn wir um die Grenze, um unsere Eingrenzung, trauern, geben uns die Politiker Beistand. Sie reden uns gut zu und versichern uns, dass sie sich um uns kümmern. Der Assistenzeinsatz des österreichischen Bundesheeres im Burgenland zeigt, wie sehr das “subjektive Sicherheitsgefühl” vieler Menschen von medialer Inszenierung abhängt. Der Einsatz selbst bringt in der Sache nichts; sondern das Ereignis ist per se das vermittelte, mediale, inszenierte Ereignis. Das Video zeigt einen Fake-Bundesheer-Einsatz in Gmünd/NÖ, nahe der Tschechischen Grenze, patroulliert wird jedoch in der Kleingarten-Anlage “Klein Mallorca”.

“Je stärker der Autor als verschwunden und Mythos beschworen wurde, destopräsenter erschien er. […] Letztlich hat Barthes wohl den Autor durch die Proklamation dessen Todes erst richtig zum Leben erweckt, weil als Diskursbezuggröße massiv aufgebaut. […] Worum es (wohl auch bei Barthes) geht, wurde seltenbenannt: Nämlich das der Autor kein Gott ist, der autonom eine Welt schöpft,sondern, dass in jedem Werk dahingehend ein Eigensinn steckt, dass der Autormehr kombiniert, was er sieht, erfährt, erfühlt und in eine eigene Form gießt, alsdass er etwas Niedagewesenes auf den Tisch wirft.” (Ben Kaden)

“strategies & malfunctions” (2010, DV-PAL, 8:41 min) beschäftigt sich mit Arbeitsbedingungen junger Menschen in der sogenannten Peripherie – dem Grenzraum. Grundlage sind Interviews mit Menschen, die weder als klassische Arbeiter noch als neues Prekariat bezeichnet werden können, die zur Generation Praktikum genauso wenig zu zählen sind wie zur den “Creative Industries”, die aber kreative bis unbeholfene Ansätze entwickeln, Strategien anwenden und “Systemfehler” nutzen, um nach ihren Vorstellungen von (Erwerbs-)Arbeit leben zu können. Im Zentrum steht dabei auch die Dokumentation der Vielfältigkeit an Taktiken, die angewendet werden. Und die Fragen: Funktionieren diese Strategien als Auswegoder passen sie sich eigentlich nur der abverlangten Flexibilität an? Werden die Lebensentwürfe bewusst auf diese Unsicherheit hin angelegt oder sind sie die letzte gerade noch erträgliche Möglichkeit? Dem Gedanken von Frederick Wiseman, dass das Material manipuliert werden muss, um als Film zu funktionieren, steht die Frage nach der Autorenschaft und Sprecherposition gegenüber.


frames, passages & transitions

Videoinstallation, 2008
DV-PAL-Video, Digitaldruck 45 x 30cm

Ausstellungen:
800 Minuten Zukunft, sub etasch, Gmünd, 2008
presentation08, Fluc, Wien, 2008
Übergänge-Prechody, Gmünd, 2009
Kunstfabrik, Groß Siegharts, 2009
dieWochentage, Alter Schlachthof Hollabrunn, 2010

“Die Karte, sagt Rekacewicz, ist durch ihre politische Dimension der Austragungsort vielfältigster Manipu- lationen, offensichtlicher wie unsichtbarer. Sie kann ein Propagandainstrument der Mächte in Wirtschaftund Politik sein. Staaten, Lobbygruppen, multinationale Konzerne und internationale Organisationen bedienen sich ihrer, um ihre Macht zu festigen oder uns ihre jeweilige Weltsicht einzuprägen. Eine Karte verleiht ein Gefühl von Macht und nährt die Illusion, man beherrsche ein bestimmtes Gebiet.” (“Ein Zeichner seiner Zeit”, Judith Huber, http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2005/nr19/Wissen/11795.html)

“Denn die Karte als Artefakt ist mit Deleuze ein Plateau mit mehreren Schichten und Zugängen, die eineneue Form des Sehens skizzieren – nämlich die einer Projektion der Unendlichkeit in der Aufsicht – und neue Arten von Abstraktion, von Abstrahierungen als Diagramme. Dieser ikarische Blick ist somit ein Weltblick, der das Territorium ins Visier nimmt, ein beweglicher, zielgerichteter Blick, der deskriptiv wie konstruktiv wirkt. Bedeutet dies, dass die Karte in einer Zeit der Globalisierung und einer Kultur der Strömungen und Instabilitäten, einer zunehmend maschinischen globalen Zeit, das Modell des Virtuellengeworden ist?”
(Christine Buci-Glucksmann)

České Velenice, vor 1920 “Unterwielands” und von 1938 bis 1945 “Gmünd III”, ist eine tschechische Stadt am westlichen Ufer der Lainsitz, am östlichen Ufer liegt die österreichische Stadt Gmünd (Niederösterreich). Die Staatsgrenze als Konstituens für das Format Österreich bzw. Tschechien bleibt, doch mit dem Schengen-Vertrag wird die Funktion und die Bedeutung der Grenze verschoben. Die Tatsache, dass die Grenze frei und großteils ohne Kontrollen passierbar ist, ändert die Bewegungen der in der un-mittelbaren Grenzregion lebenden Bevölkerung. Neue Übergänge entstehen. Offensichtlich wirken sich die “offenen Grenzen” vor allem auf das Konsumverhalten der Menschen aus: České Velenice ist generell billiger, Gmünd bietet mehr Auswahl. Die Tschechen kommen nach Gmünd, die Österreicher kaufen in České Velenice ein.

Im Video “Frames, Passages & Transitions” werden Bilder aus beiden Städten den Aussagen dort lebender junger Menschen gegenübergestellt und die Entstehung von Passagen, Transitions (Übergängen) und Frames (Rahmen) durch das Erleben und Bezeichnen des Stadtraumes untersucht. Frames werden nicht nur durch die Grenze, sondern etwa auch durch die Bezeichnungen “Gmünd 1” (der alte Stadtteil), “Gmünd 2” (der jüngere Teil, durch ein Flüchtlingslager entstanden) und České Velenice (die Bezeichnung “Gmünd 3” ist noch geläufig) gebildet. Passage wird als reiner Durchgang oder Weg verstanden, eine Verbindung, die aber den Überschreitenden nicht verändert – im Gegensatz zur Transition,die auch eine Veränderung des Zustandes durch den Raum beschreibt.

Der modifizierte Stadtplan von Gmünd und České Velenice ist ein utopisch-naiver Versuch, das Fühlen und Erinnern von Raum und Stadt, gewohnte Bewegungen in der Stadt und individuell vertraute Orte in anarchistische Stadtplanung zu integrieren. Hintergrund: Karten sind gar nicht so stabil, wie sie scheinen, denn Karten sind auch immer Orte der Repräsentationen und der Hierarchien. Insgesamt ein Konflikt: Ort versus Nicht-Ort, Abstraktion versus Detail, öffentliche Repräsentation des Raumes versusinnerer Bilderwelt. Der neue Stadtplan ist neben diversen Modifikationen vom Großteil der Namen und Bezeichnungen „befreit“, eine symbolische Öffnung des Raumes, die die Bezeichnung öffentlichen Raum ernst nimmt und ihn zum Allgemeingut erklärt – jeder soll sich in ihm einschreiben dürfen.

Videostill

Projekte/Ausstellungen/Performances (Auswahl)

2019
Kulturpreis des Landes NÖ für subetasch, Anerkennungspreis in der Sparte Kulturinitiativen
Walden, Theaterperformance, Wald4tler Hoftheater, Pürbach
Junge Regionale, Gruppenausstellung, Waidhofen
2018
Archiv der guten Vorsätze, Performance, Bobbin Fabrik Gmünd
the no-show Finale, Installation, Semperdepot Wien
2017
Pink Flamingo, Wald4tler Offtheater, Pürbach / NÖ
2016
Get in the Car! Installation/Performance, Progress Festival, Pürbach
2015
the no-show, Progress Festival, Pürbach
2014
dirty dancing, Performance, Viertelfestival, Meridian Passage Gmünd
2013
Einzelgespräche, Performance @ perSe, Gruppenausstellung, synkoop, Wien
Die Kunst im Nichts zu sein, Wald4tler Hoftheater, Pürbach
2012
Background Ausstellungen & Konzerte, Kooperation von sub etasch und Fleda in Gmünd/ Nö und Brno/CZ
Art Walk Filmscreening, Groß Siegharts
2011
you can be my double if i can be yours Videoscreening/Performances, brut, Wien
we, in exit Performance, Eisenberger Fabrik Gmünd & mo.ee Wien
Ende Gruppenausstellung, Garelligasse, Wien
2010
DieWochentage Gruppenausstellung, Alter Schlachthof, Hollabrunn
Exit/Stratregies Einzelausstellung, Kunstfabrik Groß Siegharts
2009
Dance! Dance! Dance! Performance, Roter Bogen Wien
Übergänge-Prechody Gruppenausstellung, Eisenberger Fabrik, Gmünd
Feast Performance, Roter Bogen Wien und sub etasch Gmünd
2008
Klassengesellschaft Gruppenausstellung im Rahmen des Monats der Fotografie und der viennaartweek, Semperdepot, Wien
presentation08 Gruppenausstellung, fluc, Wien
Subetasch Programmstart / Gmünd NÖ