Euforia & Herbst im Archiv der guten Vorsätze



Euforia & Herbst sind Teil der Viertelfestival-Ausstellung “Archiv der guten Vorsätze” der Subetasch in der Gmünder Bobbin-Fabrik. Der Beitrag “Ohne Zweifel keine Performance” ist am 4. August ab 18 Uhr wieder zu erleben. Mehr dazu unter https://2018.viertelfestival-noe.at/de/archi-der-guten-vorsaetze oder unter subetasch.org.

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The no-show / Finale

Videoinstallation, Semperdepot Wien, 25.-28. Jänner 2018

Projektion: Backstage (15:14 min)
Video 1: Trailer (2:20 min)
Video 2: Bühnen (17:17 min)
Video 3: Szene 7 / Erschöpfung (5:39 min)
Video 4: Außerhalb (6:34 min)
Video 5: Szene 4 / Lady Gaga (5:39 min)


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Rina: liebe gäste, manche szenen mussten wir aus termingründen vor beginn aufzeichnen.
entschuldigen sie mich für einen moment. (telefoniert) hallo, ich bins. ich hab heute den räumungsbescheid bekommen. wenn wir nicht bezahlen, sind wir montag draußen. wir können nicht mal einen teil der raten bezahlen. ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll. übrigens: boris scheißt drauf. ruf bitte zurück. (in die kamera) wir sind im arsch.
R, im backstage, in die kamera:
boris hatte einen supernicen sommer. dauernd in der sonne, in kuba, das schwein. während ich hier versucht hab, unser gemüse anzubauen, damit wir durch den winter kommen. sicher, wir hatten auch ab und zu mal eine party, haben ein bisschen was getrunken, uns schön angezogen, ja. haben auch mal den einen oder anderen tag verpennt. doch die zeiten haben sich sowieso schon geändert, ihr solltet euch ruhig schon mal daran gewöhnen. übt schon mal. es wird zeit, dass wir uns um andere sachen sorgen machen. die hochglanzmagazine erzählen uns nicht mehr länger, wo wir unsere bio-aubergine, ja die melanzani, fair trade aus deutschland, kaufen können.

ok, ich erzähl euch was passiert ist. also, die beiden waren betrunken. und haben eigentlich gar nichts bemerkt. ich hab eigentlich auch nichts bemerkt, war nur kurz draußen zigaretten holen. wenn man so einen investor hat wie wir kann alles ganz schnell gehen, von einer sekunde auf die andere, und aus ist es. und du sitzt nicht nur ohne kohle da, sondern auch ohne unterkunft, auf der straße quasi. am schotterweg. oder im gras. naja, wir haben uns irgendwie gedacht, boris könnte uns damit rausholen. wir, er und ich – ja, und vielleicht er auch noch – wir hätten es gemeinscham schaffen sollen. ihr wisst, wovon ich rede. ja, genau. und dann kam alles ganz anders. aber klar, es kommt immer alles ganz anders, da erzähl ich euch wohl nichts neues. wir haben dann diesen hof gekauft..

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diese stille! unheimlich
wenn wir aufhören, wird dieses strukturell benachteiligte gebiet weiter benachteiligt.

Die Frage, die wir uns gestellt haben, ist: wie können wir einen weltstar wie boris urban ins waldviertel holen? dabei gibt es hier nicht einmal jugendliche. wer soll denn zu seinem konzert gehen? wie sollen wir hier bloß in innovationszirkeln, verschiedenen zeitzonen und kulturellen kontexten arbeiten? das birgt die gefahr, die junge generation zu verlieren. die jungen drohen dort hin zu gehen, wo sie optionen sehen und sinn finden – in dynamischen, ausländischen märkten! das verunsichert uns Entscheider natürlich. wie sollen wir auf diese entwicklungen reagieren? wir wollen hier sinnstiftende visionen etablieren. wir geben euch die möglichkeit, euch auszudrücken und darzustellen. karriere und geld sind dabei unwichtig. werte, werte, werte. wir setzten auf werte. 70 prozent innovation für 41 prozent vertrauensarbeitszeit. wenn sich das nicht auszahlt!

ich hab angst, wenn es so still ist. bitte sprich weiter.

“Get in the Car!” Review

“Get in the Car!”
Installation/Performance
Progress #9, Wald4tler Hoftheater, 26. & 27. August 2016

Ein Ort für Einzelgespräche mit Euforia & Herbst
“Risikotraining, Angsttherapie und Zukunftsvorsorge”

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Leiden Sie beinahe jeden Tag unter Nervosität, Anspannung oder Ängstlichkeit?
Beobachten Sie sich selbst in ängstlicher Anspannung. Fühlen Sie sich ihr hilflos ausgeliefert? Sie können sich in keiner Weise ablenken, ohne dauernd auf Ihre Sorgen zurückzukommen? Sind die Sorgen unkontrolierbar?

Verspüren Sie dauernde starke Sorge um Ihre Angehörigen oder Menschen, die Ihnen nahe sind? Haben Sie Sorge, selbst krank zu werden – womöglich unheilbar und flammt diese Angst immer wieder stark in Ihnen auf? Ist es für grundsätzlich schwierig, sich zu entspannen und fühlen Sie sich stark angespannt? Kennen Sie es, häufig den ganzen Tag ein ungutes Gefühl mit sich herumzutragen – so, als ob gleich etwas furchtbares geschehen müsste? Hatten Sie schon mehrfach plötzlich mit Herzstolpern, Zittern, Schweißausbrüchen, Herzrasen oder Übelkeit Probleme, die aus dem Nichts über Sie hereinbrachen? Halten die beschriebenen Beschwerden schon seit mindestens sechs Monaten an? Träumen Sie öfter davon, mit einer Aufgabe nicht rechtzeitig fertig zu werden?

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ZEIT Wissen: Sind Sie ein glücklicher Mensch?
Han: Die Frage stelle ich nicht.
ZEIT Wissen: Sie meinen, die Frage stellt man sich nicht?
Han: Das ist eigentlich eine sinnlose Frage. Glück ist auch kein Zustand, den ich anstrebe. Man muss den Begriff definieren. Was verstehen Sie unter Glück?
ZEIT Wissen: Ganz simpel: Ich bin gern auf der Welt, ich fühle mich auf der Welt zu Hause, ich freue mich an der Welt, ich schlafe gut.
Han: Fangen wir mit Letzterem an. Ich schlafe schlecht. (Ich habe vorgestern das Symposion mit dem Philosophen Wilhelm Schmidt über das gute Leben mit einer Musik eingeleitet: den Goldberg-Variationen. Bach hatte die Goldberg-Variationen für einen Grafen komponiert, der unter schwerer Schlaflosigkeit litt. Ich habe das Publikum dazu an den ersten Satz von Marcel Prousts Suche nach der verlorenen Zeit erinnert. Auf Deutsch heißt es: “Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen.” Aber auf Französisch steht dort: “Longtemps je me suis couché de bonne heure.” Bonheur heißt Glück. Die richtige Übersetzung wäre also: “Lange Zeit bin ich glücklich schlafen gegangen.” Ich habe dem Publikum gesagt), dass der gute Schlaf ein Zeichnen dafür ist, dass man ein gutes, ein glückliches Leben hat. Ich selbst habe Schlafstörungen.
ZEIT Wissen: Was machen Sie, wenn Sie nicht schlafen können?
Han: Was ich mache? Ich liege da. Zu dem anderen Punkt: Bin ich gern auf der Welt? Wie kann man in dieser falschen Welt gern sein? Das geht nicht. Deshalb bin ich auch nicht glücklich. Ich verstehe die Welt oft nicht. Sie erscheint mir sehr absurd. Im Absurden kann man nicht glücklich sein. Fürs Glück braucht man, so denke ich, viel Illusion.
ZEIT Wissen: Sie freuen sich an …? Han: An was? ZEIT Wissen: Irgendwas! Han: An der Welt kann ich mich nicht freuen. ZEIT Wissen: An einem guten Stück Kuchen?
Han: Kuchen esse ich nicht. An einem guten Essen könnte ich mich freuen, aber das Essen in Berlin, in Deutschland ist ein Problem. Die Deutschen scheinen das gute Essen nicht zu schätzen. Das kommt vielleicht vom Protestantismus, dieser Sinnenfeindlichkeit. In Asien hat das Essen einen ganz anderen, einen sehr hohen Wert. Man gibt auch viel Geld dafür aus, anders als in Deutschland. In Japan zum Beispiel: Das Essen ist dort ein Kult und eine Ästhetik. Vor allem diese unglaubliche Frische der Dinge! Auch ein wohlduftender Reis könnte einen schon beglücken.
ZEIT ONLINE, http://www.zeit.de/zeit-wissen/2014/05/byung-chul-han-philosophie-neoliberalismus

“the no-show” Absage

Euforia & Herbst: "the no-show"
10.-12. September, Progress Festival, Wald4tler Hoftheater, Pürbach/NÖ

mit: Caroline Oismüller, Julia Herbster, Johannes Bode, Martin Sagmüller, Mario Strk, Moritz Hierländer, Rina Juniku und Roman Wurz.
Licht & Ton: Rainer Wandaller, Sound: Boris Urban, the Neary heart, Kamera: Christian Pfabigan, Johannes Bode, Video: Reinhard Pölzl

euforiaundherbst.org